Foto Epos - Island




Ice, Ice, Baby! Endlich eine Woche am Pilgerort der Landschaftsfotografie. Wenn man sich mit Fotograf*innen unterhält, scheint es nur zwei Arten von Menschen zu geben: Die, die schon in Island waren und die, die nach Island wollen. Zumindest wenn man in irgend einer Form ein Fable für Natur und Landschaften hat. Fast jeder kennt die atemberaubenden Aufnahmen von grünen Nordlicht Vorhängen in wunderschöner Landschaft unter Sternen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Foto auf Island entstanden ist, ist ziemlich groß.

Schon 2012 hatte ich mit einem befreundeten Fotografen ausgemacht, dass wir einmal ausschließlich zum Fotografieren gemeinsam nach Island fahren wollen. Im März 2020 war es endlich soweit. Ein lang gehegter Fotografie-Traum ging in Erfüllung.

Dieses Foto Epos ist eine Zusammenfassung einer Woche Reizüberflutung durch den Sucher. Ein Highlight jagte das Nächste. Erst das Betrachten meiner Fotografien, das Treffen einer Auswahl und die Bearbeitung ließen mich diese unvergessliche Zeit verarbeiten. Island - Eine eiskalte Woche am Fotografie-Pilgerort im Schnelldurchlauf.



Als ein erstes Highlight sind mir die total relaxten und hübschen Island Pferde aufgefallen. Und pfeift der Wind auch noch so kalt und stark - Die Pferde sind absolut tiefenentspannt. Zur Not wird dem Wind einfach der Hintern entgegengestreckt.



Für uns war es anfangs fast zu widrig von den Wetterbedingungen, um so richtig in den Landschaftsfotografie Modus zu kommen. Langes Warten vor dem Stativ war bei 120 km/h starken Windböen und Minusgraden weder angenehm noch zielführend für's Fotografieren. Da waren die friedlichen Pferde ein willkommenes, fotogenes und abwechslungsreiches Fotoobjekt.


Vorbeiziehende, schnell wechselnde Landschaften..


..in der einen Minute noch freundlich - und wenig später schon fast bedrohlich. Island ist charakterisiert durch super abwechslungsreiche Landschaften und extrem unbeständiges Wetter. Wechselnde Lichtstimmungen inklusive.



Einer der bekanntesten Wasserfälle Islands fast unmittelbar an der Küstenstraße. Sehenswürdigkeiten epischen Ausmaßes liegen in Island quasi belanglos am Wegesrand.


Der 50 m hohe Wasserfall Skógafoss. Vom Winde verweht.


Nur kurz ums Eck' gefahren in ein anderes Tal und es wurde fast windstill. Der ersten Stativ-Fotosession pünktlich zum Dämmerlicht stand also nichts im Wege.


Pünktlich zum Mondaufgang waren wir zurück am Auto.


Ganz ehrlich - so heftige Wellenwände aufgepeitscht durch ablandigen Sturm habe ich vorher noch nie gesehen.


Pure Gewalt!


Wellen beobachten ist wie ins Feuer starren - man kann nicht aufhören. Immer wieder taten sich im Sucher neue bizarre Formen auf.



Der schwarze Strand bei Vík bietet unendliche Perspektiven. Hier sind wir in der Summe über einen Tag geblieben. Es war einfach alles zu beeindruckend.


Das Wahrzeichen des eben genannten Strands, die Basaltsäulen, boten ein perfektes Spiel von Licht und Schatten.


Und immer wieder dieser aggressive Ozean. Von vorne meterhohe Wellen und von hinten heftigste Sturmböen. Wir mussten wirklich gegenseitig auf uns aufpassen beim Fotografieren.


Friedliche Morgenstimmung.


Abertausende Möwen genießen um die Felsen spielend die zarte Morgensonne.


Dieser Moment - zum ersten Mal so ein riesiges Säugetier, einen gestrandeten Buckelwal, am Strand liegend sehen, hat uns noch eine Weile beschäftigt. Ein bewegendes Erlebnis.


Alles ist gewaltig an so einem wunderschönen Tier. Die stromlinienförmigen Rillen am Bauch geben einem die Vorstellung, wie geschmeidig der Wal durchs Wasser gleitet.


Was für ein Koloss!


Wow - hier zu wohnen, in dieser epischen Kulisse, muss herrlich sein. Wenn das raue Wetter nicht wäre..


Der Dedo de Dios Islands - ein kleiner Insider unter Canarios.


Hatte ich schon erwähnt, dass die Perspektiven am Strand bei Vík manigfaltig waren? Ja, es ist immer noch der selbe Strand!


Die ersten und einzigen Fußspuren am kilometerlangen, schwarzen Strand.


Hier haben wir uns mal als Wildlife Fotografen versucht. Den spielenden und jagenden Möwen hätte ich stundenlang zuschauen können.


Ein absoluter Touristenmagnet und selten unbevölkert: Svartifoss. An diesem Abend hatten wir ihn für uns ganz allein. Die letzen beiden Besucher gingen als wir kamen. Man braucht auch mal Glück als Fotograf!


Ich hatte im Vorfeld immer von sehr farbenfrohen Fotos geträumt, bevor ich nach Island gekommen bin. Bei uns war es mehr ein grau in grau die meiste Zeit über - und trotzdem schön. Ein Spiel aus hell und dunkel - perfekt für ein schwarzweiß Foto.


Die Mächtigkeit und das Farbenspiel des Gletscherbruchs - einfach nur beeindruckend! ..und eine lohnende Morgenwanderung.


Kleiner Mensch - großer Gletscher.


Schier unendlich groß in der Wahrnehmung und doch nur eine von ganz vielen Gletscherzungen rund um den Vatnajökull im Skaftafell Nationalpark.


Ein weiteres Highlight fürs Fotografieren war die Gletscherlagune, wo eine Gletscherzunge des Vatnajökull in einen vorgelagerten See fällt, der Kontakt zum Ozean hat und deshalb nicht zugefroren war.


Auch hier gab es wieder spannende Tiere in freier Wildbahn zu beobachten..


..oder einfach nur herumtreibende, abgekalbte Eisberge in bizarren Formen.


Mächtiger Gletscherbruch.


Man könnte sich hier, durch den Sucher blickend, fast wie Sebastião Salgado, der auf einer Expedition unterwegs ist, fühlen.


Eisschollen, kurz vor dem Raustreiben aufs offene Meer.


Eine weitere Gletscherzunge die fast bis ans Meer reicht, aber eben nur fast.


Und noch mehr Tiere, die ich zum ersten Mal in freier Wildbahn sehen und fotografieren konnte: ganz junge Rentiere.


Falls man einzelne Ereignisse in dieser Woche überhaupt hervorheben kann. Der Chrystal Beach war sicher ein weiteres fotografisches Highlight. Die von den Wellen zurückgespülten Eisberge an den schwarzen Strand waren fast mystisch mit ihren Bewegungen und knisternden Geräuschen. Die Zeit ist nur so verflogen beim Fotografieren.


Ein geplanter Höhepunkt der Reise sollte die Begehung einer Gletscherhöhle werden. Nach einem klassischen White-out und Blizzard ähnlichen Wetterbedingungen auf dem Weg zum Gletscher, kamen wir Dank Wagemut unseres Guides als einzige und erste Personen an der Höhle an - unberührte Schneedecke inklusive. Was unter den dicken Eismassen auf uns wartete, übertrief dann all' unsere Erwartungen.


Die letzten Sonnenstrahlen, kurz vor dem Eingang.


Unfassbares Farben- und Formenspiel, freigelegt durch Schmelzwasser im Sommerhalbjahr.


Strukturen von nicht mehr allzu langer Dauer so kurz vor dem Frühling.


Das könnte so, mit ein wenig Vorstellungskraft, auch eine Himmelspforte sein.


Und wieder einmal machen wir die ersten und einzigen Spuren - diesmal im Schnee auf dem Gletscher.


Diese Höhle wird es so bald nicht mehr geben. Den kommenden Sommer über wird erneut ein großer Teil der Gletscherzunge unwiederbringlich abschmelzen.


Pünktlich zum Sonnenuntergang, waren wir zurück an der Küste. In Höfn war unser weit entferntester Reiseort erreicht. Ab hier ging es wieder zurück zu unserem Ausgangsort Rejkjavik.


Der perfekte Augenblick.


Es scheint fast so, als würden auch die Pferde den Sonnenuntergang genießen.


Die vorletzte Nacht wurde noch einmal im Auto verbracht - bitterkalt, aber mit der Belohnung eines Hauchs von Nordlichtern. Auch das war eine überwältigende Premiere. Wir hatten leider insgesamt sehr schlechte Nordlichtbedingungen in unserer Reisewoche mit geringer Sonnenwindaktivität und viel Bewölkung. Wir müssen also irgendwann wiederkommen..


Wache haltende Möwen auf dem Rückweg in Richtung Reykjavik. Schon beeindruckend, wie elegant sie es schaffen, trotz turbulenter Windbedingungen an einem Ort in der Luft stehen zu bleiben.


Pfeilschnell durchs Schneetreiben gleiten geht aber auch ganz gut.


Der letzte Abend wurde mit einem Rundgang durch die Hauptstadt abgerundet.


Beeindruckende Architektur in Anlehnung an die Basaltgesteinsformen der Insel.


Was für eine ereignisreiche Woche! Aus Fotografensicht habe ich selten so eine höhepunktjagende Zeit erlebt wie in Island. Nun kann ich es sagen: Island ist zu Recht ein so beliebter Ort unter Fotograf*innen. Es ist überwältigend!




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